Praxis, Homöopathie, Naturheilkunde
Praxis, Homöopathie, Naturheilkunde
Heilpraxis für Homöopathie und Komplementärmedizin
Heilpraxis für Homöopathie und Komplementärmedizin

Geschichte der Diätetik


Diätempfehlungen sind als ein Bestandteil der schamanistischen Heiltraditionen vermutlich so alt wie die Menschheit.

 

Die tausend Jahre alte Klostermedizin der Hildegard von Bingen (1098-1179) legt großen Wert auf die therapeutisch eingesetzte Wirkung von Nahrungsmitteln und deren spezifischer energetischer Eigenschaften. Diese wurden in Bezug auf die damals gültige Lehre von den fünf Elementen und der Körpersäfte (humores) klassifiziert.

 

Manche Ernährungskonzepte sind in der Philosophie der jeweiligen Weltanschauung, Religion oder dem jeweiligen Heilsystem eingebettet, wie z.B. die Ernährungslehren der chinesischen Medizin (TCM) oder des Ayurveda bzw. der Vegetarismus, welcher das Töten von Tieren ablehnt. 

 

Dagegen hat die seit etwa 150 Jahren in den Vordergrund gestellte biochemische Ernährungsforschung die Lebensmittel vorwiegend anhand von Kalorien und chemischen Inhaltsstoffen analysiert. Die biologische Qualität der Lebensmittel und ihre Struktur, also ob ein Lebensmittel extrahiert, erhitzt, konserviert oder pulverisiert wird, blieb dabei weitestgehend unberücksichtigt. Es ging allein darum, ob genügenden Mineralstoffe, Vitamine, Protein, Kohlenhydrate und Fette dem Organismus zugeführt werden. Dieses Weltbild ist/war sehr mechanistisch und entspricht im bildlichen Vergleich einem Auto, das nur den geeigneten Sprit tanken muss, oder ein gutes Motoröl braucht, um gut zu funktionieren. 

 

Diäten heute

 

Selbstverständlich ist eine ausreichende Zufuhr von Nährstoffen erforderlich. Ein Blick über die Grenzen der wohlhabenden Industrienationen hinaus zeigt uns, dass die Unterernährung von Millionen von Menschen ein beschämendes und trauriges Faktum ist.  Der tägliche Nährstoffbedarf des Organismus wird z.B. von den Ernährungsempfehlungen der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) oder WHO (World Health Organisation) definiert. 

 

Die Probleme in den „reichen“ Ländern liegen dagegen woanders: wir essen generell zu viel, zu süß und zu fett und haben mit den sog. Wohlstandskrankheiten zu kämpfen. Heute werden sich viele Menschen bewusst, dass eine vitalstoffhaltige Ernährung auch frisch, gesund und möglichst biologisch angebaut sein sollte. Dies stellt allerdings fast eine Art Luxus dar, denn für viele ist nur noch billiges Essen vom Discounter finanzierbar. 

 

Eine „lebende“ pflanzliche Nahrung enthält Ordnungskräfte, oder wie wir heute sagen würden, Biophotonen (gespeichertes Sonnenlicht, biologische Information in Form von Licht), die vermutlich viel zu Koordination von Zellsystemen im Organismus beitragen. Auf diesem Gebiet ist jedoch noch einiges an Grundlagen- Forschung zu leisten. 

 

Zu den heutzutage bekanntesten Diäten gehören: 

 

Bircher-Benner Diät (Vorwiegend Frisch- und Rohkost)


Bruker Diät (kein Zucker, Frischkost, nur wenig Milchprodukte und Eier)


Vollwertkost nach Kollath (Nahrung so natürlich wie möglich lassen, statt toter, denaturierter Nahrung vitalstoffreiche Lebensmittel bevorzugen)


Makrobiotik nach George Ohswaha (alte chinesische Ernährungstradition aus den Zen-Klöstern mit vorwiegend Getreide als Basisnahrung)


Hay-sche Trennkost (Nahrung aus der Eiweiß- und Kohlenhydrat-Gruppe nur in voneinander getrennten Mahlzeiten essen)


F.X. Mayr Kur (Darmdiagnostik und Darmsanierung mit Fasten, Milch-Semmel-Diät und milden Ableitungsdiäten) 


Blutgruppendiät (spezifische Ernährung entsprechend der individuellen Blutgruppe)

Hildegard- Medizin (Nahrungsmittel als Heilmittel einsetzen)


Säure-Basen-Diät (Vermeidung von Säure-Bildnern, basische  Nahrungsmittel bevorzugen)


Ernährung nach den 5 Elementen (entstammt aus der traditionellen chinesische Medizin = TCM)


Ernährung nach den 3 Doshas (aus dem Ayurveda = indisches Heil-System)


Vegetarismus in seinen unterschiedlichsten Varianten (Veganer: nur pflanzliche Kost; Rohköstler: nur ungekochte pflanzliche Nahrung; Lakto-Vegetarier: Pflanzliche Kost und Milch und –Produkte; Ovo-Lakto-Vegetarier: zusätzlich sind Eier erlaubt; Ovo-Lakto- Fisch-Vegetarier: zusätzlich ist Fisch erlaubt)

 

Alle die genannten Diäten lassen sich, wie leicht zu erkennen ist, nicht miteinander vereinbaren, bzw. auf einen gemeinsamen Nenner bringen. 

 

Das Kern-Element einer jeden Diät mag vielleicht sein: bewusster und weniger essen, sich bei der Auswahl der Nahrungsmittel nicht wahllos von Lust und Werbung leiten lassen, sondern mehr auf die Qualität der „Lebens“-mittel achten. 

 

 

Wann wirken Diäten?

 

Bei allen chronischen Erkrankungen ist eine gesunde Ernährung wichtig, weil sie dem Körper hilft, die eigenen Selbstheilungskräfte zu stärken. 

 

Empfehlenswert ist generell eine ausgewogene vollwertige Ernährung unter Berücksichtigung des Säure-Basen-Haushalts, der erforderlichen Nährstoffe, Vitamine und Mineralstoffe. 

 

Kurzfristige Diäten führen meist nicht zum Ziel (Gesundheit, Gewichtsabnahme), sondern nur eine schrittweise, konsequente Änderung der Lebensgewohnheiten in Kombination mit regelmäßig durchgeführter körperlicher Bewegung.  

 

 

Diäten und Säure-Basenhaushalt

Allgemein sollte auf den Säure-Basen-Haushalt geachtet werden. Das Verhältnis Basen- bildender und Säure-bildender Nahrungsmittel sollte etwa 3:1 betragen.

 

Zu den Säurebildende Nahrungsmittel sind zählen: Fleisch und Wurstwaren, Eier, Geräuchertes, Geröstetes, Bratfett, süße und fette Speisen, Kaffee, Weißmehlprodukte, Limonaden und Cola-Getränke, sowie hochprozentiger Alkohol.

 

Alle Arten von Gemüse und Salat und insbesondere Kartoffeln wirken basisch. Früchte (auch saure Früchte!) und milchsaure Produkte gelten als basisch. Dies liegt daran, dass die darin enthaltenen Fruchtsäuren im Organismus eher basisch reagieren und bei deren Abbau keine Säuren freigesetzt werden.Viele Kräutertees, wie z. B. Zinnkraut, Schafgarbe, Brennnessel und Tausendgüldenkraut wirken ebenfalls basisch. 

 

 

Ernährung und orthomolekulare Therapie

Bei manchen Menschen ist die Nährstoffbilanz unausgewogen und muss ggf. mithilfe von Vitamin- und Mineralstoffpräparaten ergänzt werden. Damit befasst sich die sog. orthomolekulare Medizin. Ein erhöhter Nährstoffbedarf besteht z.B. im Wachstum, in der Schwangerschaft, im Alter, sowie bei Alkohol- und Nikotinmissbrauch. Nährstoffmängel können infolge einseitiger Ernährung wie z.B. Fastfood auftreten. Besonders kritisch sind Eisen,  Zink, Selen, Kalzium, Jod, Folsäure und die B-Vitamine.

 

 

Vollwertkost

Unter die Kategorie „vollwertiger Ernährung“ fällt z.B. die Vollwertkost nach Werner Kollath (1892-1970), die im Folgenden kurz erläutert werden soll:

 

Eine gesunde und vollwertige Ernährung bietet die Möglichkeit, in Eigeninitiative die eigene Gesundheit positiv zu beeinflussen. Sie fordert allerdings vom Patienten ein hohes Maß an Selbstdisziplin und Eigenverantwortlichkeit. 

 

Eine vollwertige Ernährung bevorzugt:

Möglichst frische, vitalstoffreiche Lebensmittel statt industriell verarbeiteter Nahrungsmitteln (Konserven, Fertigpräparate, denaturierte Nahrung)

Pflanzliche Kost, schonend zubereitet

Kräuter anstatt von Salz

Fleisch nur als gelegentliche Zukost

Einen relativ größeren Anteil an Frischkost, z.B. 5 x tgl. Obst, Salat oder frisches Gemüse

Ausreichend Flüssigkeit (1,5- 2l /tgl.), Kaffee und Alkoholkonsum einschränken 

 

Allgemeines zu einer gesunden Ernährung 

Wichtig sich die folgende Verhaltensregeln beim Essen:

Ruhe beim Essen

Nicht schlingen, sondern gut Kauen (jeden Bissen mindestens 25 mal !)

Nahrungsaufnahme nicht als Ersatzbefriedigung bei unerfüllten Wünschen und Sehnsüchten

Bei Kindern: nicht mit Süßigkeiten trösten oder belohnen

Mahlzeit bei leichter Sättigung beenden

Hauptmahlzeit bis 15 Uhr einnehmen

Abends nur wenig leichte Kost, möglichst nach 19 Uhr nichts mehr essen

Einfach und maßvoll, jedoch vollwertig und abwechslungsreich essen

 

 

Wann sollten Diäten eingesetzt werden?

 

Viele der heutigen Zivilisations- Krankheiten, wie Stoffwechsel- und Kreislauferkrankungen, Gicht, Übergewicht, Alters-Diabetes, Hypertonie, Herzinfarkt, Arteriosklerose und Krebserkrankungen sind auf einen falschen Lebensstil (zuwenig Bewegung) in Kombination mit einer ungesunden Ernährung zurückzuführen: denaturierte, einseitige, zu fett- und kalorienreiche Kost und zu hoher Fleischverzehr. 

 

Eine Übersäuerung des Organismus wird von den Vertretern der Säure-Basen-Diät in Zusammenhang mit den folgenden Erkrankungen gebracht: Allergien, Migräne, Gelenkserkrankungen (Arthritis und Arthrosen), Gicht, Herz- und Kreislauferkrankungen, Karies, Osteoporose, Sodbrennen, Gastritis, Magen- und Dünndarmgeschwüre, Pilzinfektionen, und allgemein ein geschwächtes Immunsystem, Energielosigkeit und Schlafstörungen.

 

Widersprüchliches zu Diäten

Heutzutage sind unzählig viele Diäten und Ernährungsempfehlungen im Umlauf, die teilweise einander ziemlich widersprechen, was einiges an Verwirrung stiftet. So ist für die chinesische Medizin ein ausgiebiges Frühstück die Basis einer gesunden Ernährung um das Qi zu stärken, während Ayurveda-Experten davon abraten, denn morgens sei der Körper für große Mahlzeiten energetisch noch nicht bereit. Wo F.X. Mayr –Ärzte eine Diät mit Milch und weißen Brötchen zur Darmsanierung vorschreiben, wundern sich nur noch die TCM- Therapeuten, denn dies führe zur Milz-Energie-Schwäche und zur Verschleimung. 

 

Selbst beim offiziellen Studium der Ernährungswissenschaften kommt es teilweise zu Widersprüchen und Verwirrung zwischen den verschiedenen Theorien. 

 

Manche Menschen vertragen Vollwertkost nicht und reagieren auf die vermehrt darin enthaltenen Ballaststoffe mit Blähungen und dyspeptischen Beschwerden. Durch Gärungsprozesse bilden sich im Darm Alkohol, Gase, und toxische Abbauprodukte. Dadurch werden die Leber und allgemein der Entgiftungsstoffwechsel belastet. Das Darmmilieu verschiebt sich in Richtung eines ungünstigen PH-Werts und eine ungesunde Zusammensetzung der Darmbakterien (Dysbiose). Bei Durchfällen und Blähungen aufgrund von ballaststoffreicher Ernährung und/oder Rohkost sollten daher möglichst auf andere und leichter verdauliche Diäten umgestellt werden. 

 

Neueste Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass bei übergewichtigen Menschen die Darmflora vermehrt mit Bakterien besiedelt ist, die auch die sog. Ballaststoffe („unverdauliche“ Faserstoffe) aufspalten und zu Kohlenhydraten umwandeln. Insofern würden dann die Ballaststoffe als Kohlenhydrate verwertet und dürften nicht mehr als „Magenfüller“ verwendet werden.

 

Viele Ernährungskonzepte können zur Unterstützung der Selbstheilung eingesetzt werden, solange sie nicht allzu einseitig sind und keine Mangelzustände dadurch entstehen. 


Dr. Schön

Terminvereinbarungen unter:

T: 0650 4328814   

 

für allgemeine Anfragen verwenden Sie bitte das  Kontaktformular oder mail an:

 

ordischoen@gmail.com

 

Ordination:

Arbeiterstrandbadstr. 118

1210 Wien

Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
© Praxis für Homöopathie und Naturheilkunde